Strategisches Framing I – Einführung, Werte-Framing

Willkommen zur heutigen Einheit. Heute werden wir uns mit strategischem Framing beschäftigen. Das ist ein wichtiges Thema vor allem wenn man sich mit Medien und Politik beschäftigt. Dementsprechend hat es in den letzten Jahren auch einiges an Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Doch was genau ist Framing eigentlich. Beim Framing geht es darum, dass nicht einfach nur Informationen vermittelt werden, sondern darum, dass man bewusst einen bestimmten Deutungsrahmen schafft. In der ersten Folge hatten wir ja über das Prinzip von Deutungsrahmen gesprochen. Ein Deutungsrahmen ist die Art und Weise, wie man Informationen interpretiert und einordnet. Oder wenn man so will, rahmt man eine Information auf eine bestimmte Art ein. Und weil man heutzutage alles immer auf englisch ausdrücken muss, um was von sich her zu machen, spricht man von frames.

Grundsätzlich geht es beim strategischem Framen darum, bestimmte Ziele zu verfolgen. Das heißt, es handelt sich nicht um da Phänomen, dass ja alles, was man beschreibt immer automatisch einer gewissen Interpretation unterliegt, sondern der Autor versucht bewusst den Rezipienten in eine bestimmte Richtung zu lenken. Deshalb sagt man auch „strategisches“ framing, weil der Autor bewusst, eine bestimmte Strategie verfolgt. Das Zielpublikum soll eine gewünschte Meinung übernehmen oder unterstützen. Das geschieht aber nicht plump, dadurch, dass ein Text dem Leser explizit sagt, was er denken soll, sondern man versucht, etwas so zu verpacken, dass der Leser gar nicht merkt, dass er manipuliert werden soll. Es handelt sich also um eine eher subtil funktionierende Form von Propaganda. Es gibt dabei verschiedene Arten des Framing und wir schauen uns an, was sie genau ausmachen und wie sie vorgehen.

Die Folien

Als Podcast

Strategisches Framing I – Einführung, Werte-Framing

Literatur:

Michael Oswald, Strategisches Framing. Eine Einführung. Springer 2. Auflage 2022.

Echte und falsche Experten

Abstract

In dieser Video soll es um das Expertenwesen gehen, oder besser gesagt, um fragwürdige Experten. Journalisten berichten häufig über Dinge, über die sie selbst keine eigene Expertise verfügen. Aus diesem Grund werden dann sogenannte Experten befragt, zu Interviews oder Talk-Sendungen eingeladen. Dieser Experte, der meist als Wissenschaftler aus dem vorgestellten Thema vorgestellt wird, soll dann sein Fachwissen beitragen und gute Wissenschaftskommunikation leisten. Dabei ist es aber nicht einfach nur so, dass der Zuschauer oder Leser Fakteninformationen erhält, sondern das Fachwissen soll helfen, sich eine Meinung zu bilden und das Fachwissen des Experten soll meist dazu dienen, eine bestimmte Position bzw. Handlung zu begründen. Im Umkehrschluss werden alternative Positionen als nicht wissenschaftlich oder ideologisch dargestellt. Das Wort des Experten hat also einiges Gewicht. Experten dienen als Autorität. Aber jede Autorität lässt sich ausnutzen. Um die eigene Position zu rechtfertigen kann man deshalb fragwürdige Personen als Experten vorstellen, die jedoch ihre Sicht der Dinge sehr einseitig vorstellen, Alternativ werden Personen vorgestellt, die keine Spezialisierung für das erfragte Thema besitzen, gar keine wissenschaftliche Expertise besitzen oder für politischen Stiftungen arbeiten und dadurch parteipolitisch befangen sind. Schließlich kann man auch versuchen tatsächliche Experten zu delegitimieren, wenn ihre Meinung als störend empfunden wird. Auf diese Weise kann man versuchen, den Zuschauer mit vermeintlichen Expertenwissen zu manipulieren.

Wie das im Einzelnen aussehen kann, soll in diesem Video gezeigt werden.

Die Themen sind also:

1. Der Wissenschaftler, der tatsächlich ein Experte ist, jedoch nur eine Forschungsmeinungen von vielen wiedergibt

2. Der Wissenschaftler, der zwar zum Fach gehört, aber keine Spezialisierung zu dem Thema aufweist, zu dem er befragt wird

3. Der selbst erklärte Forscher, der keine fachliche Expertise besitzt

4. Der Aktivist, der eine wissenschaftliche Ausbildung oder gar Anstellung besitzt, aber für eine politischen Organisation arbeitet und eine eigene Agenda verfolgt

5. Wie versucht man Experten als unseriös darzustellen?

Quellen

Phoenix-Sendung: Verschwörer-Komplex: Politik. Beitrag vom 2. 4. 2023, Zuletzt aufgerufen 21. 8. 2023

Lebenslauf von Johannes Hillje

Jürgen Schmid: Von Stichforschern und anderen Narrativkräften, in Publico, 4. 2. 2023, zuletzt aufgerufen 21. 8. 2023 

Jens Berger; Anne Wills gestrige Sendung: Die Verteidigungsministerin lügt, ohne rot zu werden und der Experte mit den unbequemen Wahrheiten wird zum „Verschwörungstheoretiker“ degradiert – so funktioniert Meinungsmache, in: nachdenksieten, 10. 4. 2017, zuletzt aufgerufen 21. 8. 2023.

Carla Reveland und Pascal Siggelkow: Viel Aufmerksamkeit für fragwürdige Experten, in Faktenfinder, 24. 3- 2023, zuletzt aufgerufen 21. 8. 2023.

Florian Warweg, Faktencheck der Faktenchecker: Wie manipulativ ARD-„Faktenfinder“ versucht, Ganser, Guérot und Krone-Schmalz zu diffamieren

, in nachdenkseiten.de, 29. 3. 2023, zuletzt aufgerufen 21. 8. 2023.

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